Blasenentzündung

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Warum kommen Blasenentzündungen immer wieder und schlagen Antibiotika nicht an?

Warum kommen Blasenentzündungen immer wieder und schlagen Antibiotika nicht an?

Erkrankungen der Blase treten oft plötzlich auf. Meist aber haben sie eine lange Vorgeschichte. Anders, als oft vermutet, liegt diese in Störungen des Verdauungssystems.

In der Folge können durch „Persorption” vermehrt körpereigene Bakterien durch die Darmwände in den Blutkreislauf dringen, die dann von der Niere erfasst und in die Blase ausgespült werden. Indizien für ein gestörtes Verdauungssystem sind u. a. wiederkehrende Verstopfungen oder chronische Durchfälle, weiche Stuhlgänge oder Unverträglichkeiten.

Für einen Behandlungserfolg bei Erkrankungen der Blase muss deshalb die Verdauung in die Diagnostik einbezogen werden.

Warum schlagen Behandlungen der Blase oft nicht an?

Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen, häufiger oder ständiger Harndrang zählen zu den Symptomen von Blasen- und Nierenentzündungen. In der üblichen Diagnostik werden dann Erreger im Urin gesucht.

Je nach Ergebnis gibt es in der Folge Ratschläge für natürliche Präparate und Blasen-Nieren-Tees oder Verordnungen von Antibiotika. Viele Patienten kennen den Kreislauf von Beschwerden und Empfehlungen gut – und insbesondere auch die wiederholte Einnahme von Antibiotika.

Aber warum schlagen solche Behandlungen nicht nachhaltig an, auch wenn Antibiotika zuvor im Labor ausgetestet wurden?

Ursachenmedizinisch sollte hier umfassender angesetzt werden. Offenbar ist es nicht damit getan, Gründe für Beschwerden nur am Ort des Geschehens zu suchen und zu behandeln.

Wechselwirkungen von Infektionen, Organfunktions- und Verdauungsstörungen können zu einer Verkettung von sich häufenden Beschwerden führen. Dadurch können Ursachen verschleiert werden und viele Vorgänge im Körper zunächst unbemerkt bleiben.

Deshalb ist auch die Beachtung der Verdauung, als Spiegel körperlicher Prozesse, wichtig. Hierzu eignet sich gut ein gastro-intestinaler Check-up. Dieser kann ggf. gut mit weiteren Untersuchungen kombiniert werden. Im Urin kommt es bei Untersuchungen fast immer zum Nachweis von Kolibakterien und Enterokokken, die typische Darmkeime sind. Diese körpereigenen Bakterien sind im Blasen- und Nierenbereich und auch auf den Genitalschleimhäuten unerwünscht.

Es gilt in der Diagnostik und Therapie also, die Gründe für solche Fehlbesiedlungen zu verstehen, diese selbst zu vermeiden und nach Behandlungen die Neuinfektion, etwa durch Schmierinfektionen, zu unterbinden.

Häufig gestellte Fragen zu wiederkehrenden Blasenentzündungen

  • Warum bekomme ich ständig eine Blasenentzündung?

    Bei den meisten Blasenentzündungen werden im Urin Darmbakterien nachgewiesen – Kolibakterien und Enterokokken. Diese gelangen nicht nur von außen, sondern bei einer gestörten Verdauung auch über die Darmwand in den Blutkreislauf und werden von den Nieren in die Blase ausgeschieden. Solange die Verdauungsstörung bestehen bleibt, kommt die Infektion wieder – unabhängig davon, wie oft die Blase behandelt wurde.

  • Warum helfen Antibiotika bei Blasenentzündung nur kurz?

    Antibiotika beseitigen die Bakterien in der Blase, nicht ihre Quelle im Darm. Außerdem fördern wiederholte Antibiosen das Wachstum pathogener Hefen wie Candida, die ihrerseits das Bakterienwachstum begünstigen – ein Kreislauf, der jede weitere Antibiotika-Gabe weniger wirksam macht und Resistenzen fördert.

  • Ab wann spricht man von einer chronischen oder rezidivierenden Blasenentzündung?

    Von rezidivierenden Harnwegsinfekten spricht man ab zwei Infektionen in sechs Monaten oder drei in einem Jahr. Spätestens dann sollte nicht mehr nur die Blase, sondern die Ursache untersucht werden – bei uns mit Blick auf Verdauung, Darmflora und mögliche Fehlbesiedelungen.

  • Welche Untersuchung ist bei wiederkehrender Blasenentzündung sinnvoll?

    Neben der Urinuntersuchung: Ultraschall von Nieren und Blase, Stuhl- und Abstrichuntersuchung auf Hefen, Bakterien und Parasiten sowie Laborwerte zu Nieren-, Leber- und Immunfunktion. Diese Untersuchungen sind im Gastro-Intestinalen Check-up zusammengefasst und lassen sich um eine Untersuchung der Genitalschleimhäute ergänzen.

  • Was kann ich selbst tun, um einer erneuten Blasenentzündung vorzubeugen?

    Ausreichend trinken, die Blase vollständig entleeren, nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten reinigen und Unterkühlung vermeiden – das reduziert Schmierinfektionen. Bei häufigen Rückfällen reicht das allein aber nicht: Dann sollten Verdauung und Darmflora untersucht und behandelt werden, sonst bleibt die Quelle der Keime bestehen.

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